1. gemeinsames Arbeitstreffen des Bauausschusses & Auschusses für Dorfentwicklung | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Bebauungsplan Ortskern Serrig

1. gemeinsames Arbeitstreffen des Bauausschusses & Auschusses für Dorfentwicklung

Am vergangenen Mittwoch trafen sich die Mitglieder des Bauausschusses, des Ausschusses für Dorfentwicklung begleitet von Ortsgemeinderatsmitgliedern sowie Besuchern zu einem ersten Arbeitstreffen, das den Auftakt für die Erstellung eines Bebauungsplans für den Ortskern Serrig darstellt.

Zusammen mit Rosa Vollmuth, Architektin mit den Schwerpunkten Gemeindeentwicklung und Gebäudesanierung, wurde intensiv an ersten Fragestellungen zum zukünftigen Bebauungsplan gearbeitet.

Zunächst stellte Rosa Vollmuth in einem Kurzvortrag sehr anschaulich die Elemente eines Bebauungsplans dar und zeigte anhand von konkreten Beispielen, wie sich verschiedene Parameter wie Traufhöhe, Geschossigkeit, Ausrichtung von Gebäuden, Gestaltung etc. je nach Lage eines Gebäudes in ein Ortsbild einfügen. Auch konnten sich alle Anwesenden anhand von konkreten Beispielen davon überzeugen, welches Potenzial in historischen, auf den ersten Blick vielleicht wenig erhaltenswerten Gebäuden schlummert, um dem Ortskern ein Gesicht und damit seine Identität zu verleihen. Dann wurde in Kleingruppen gearbeitet, angeregt diskutiert und ein vorbereiteter Fragenkatalog bearbeitet. Die Vorschläge der Ausschussmitglieder werden nun in einem ersten Konzept aufgegriffen werden, das in einer zeitnah folgenden Sitzung weiter bearbeitet werden wird.

Was hat es mit dem einfachen Bebauungsplan auf sich und warum ist er so bedeutsam?

Ein einfacher Bebauungsplan ist ein wichtiges Instrument, um den Charakter historischer Ortskerne zu bewahren und gleichzeitig sanfte, flexible Nachverdichtungen zu ermöglichen. Im Gegensatz zum strengen qualifizierten Bebauungsplan regelt er nur einzelne Aspekte (wie z. B. Dachformen oder Straßenlinien), wodurch er sich ideal an bereits gewachsene Strukturen anpasst. Es gilt also die gesunde Balance zu finden zwischen dem Bewahren eines historischen Erbes und der Geschichte unseres Dorfes für die nachfolgenden Generationen und seiner Identität und dem vorausschauenden Entwickeln und Bereitmachen unseres Dorfes für die Zukunft.

Die zentralen Vorteile für die Ortskernentwicklung mithilfe eines Bebauungsplans umfassen:

  • Erhalt des Ortsbildes: Spezifische Vorgaben (z. B. zu Fassadenmaterialien oder Traufhöhen) stellen sicher, dass neue Gebäude oder Umbauten harmonisch in die historisch gewachsene Umgebung passen.

  • Flexibilität für Eigentümer: Da nicht alle Details starr festgesetzt werden, haben Bauherren und Architekten mehr kreativen Spielraum. Dies erleichtert es, individuelle Wohnwünsche in alten Gemäuern umzusetzen.

  • Gezielte Steuerung: Die Gemeinde kann festlegen, welche Nutzungen (z. B. Wohnen statt Gewerbe) in bestimmten Zonen erlaubt sind, um den Kern zu beleben.

  • Rechtssicherheit: Er gibt sowohl der Gemeinde als auch den Bürgern eine verlässliche Richtschnur, welche Projekte genehmigungsfähig sind.

Unser Ziel: In unserem Dorf eine räumliche Entwicklung ermöglichen, die Lebensqualität, ein gutes Zusammenleben und die Gemeinschaft der Dorfbewohner fördert

Die Ortskernentwicklung ist Teil des Dorferneuerungskonzepts, das bereits im Jahr 2023 vorgestellt wurde und im Rahmen dessen verschiedene Maßnahmen der Dorfentwicklung identifiziert wurden. Die Ortsgemeinde ist aktuell noch Schwerpunktgemeinde im Dorferneuerungsprogramm.

Die Ortskernentwicklung ist für unser Dorf von zentraler Bedeutung, da sie eine wichtige Maßnahme darstellt, um dem sogenannten Donut-Effekt frühzeitig entgegen zu wirken, der sich leider in vielen Dörfern zeigt: Leerstand im Ortskern und Neubaugebiete um den Ortskern.

Mit der Ortskernentwicklung für unser Dorf verfolgen wir folgende Ziele

  • Erhalt der Identität: Der historische Charakter des Dorfs soll bewahrt und durch Gestaltungsleitfäden gestärkt werden.

  • Bekämpfung von Leerstand: Durch Ankauf oder gezielten Rückbau maroder Bausubstanz sollen Flächen im Ortskern revitalisiert werden.

  • Belebung der Dorfgemeinschaft: Öffentliche Treffpunkte, Orte der Begegnung sollen ausgebaut und gesichert werden.

  • Förderung privater Sanierungen: Eigentümer erhalten fachliche und finanzielle Unterstützung, um ortsbildprägende Gebäude modern und klimafreundlich umzugestalten.